Aus der Praxis: Nachhaltige Planung – mit Hellbunt Events

Heute wollen wir euch weiter mit wertvollen Informationen versorgen, wie ihr euer Fest nachhaltig gestalten könnt. Dazu haben wir Tina Gabriel von Hellbunt Events zu einem gemeinsamen Interview eingeladen. Und wir sind super glücklich, sie euch heute als nachhaltige Hochzeits- und Eventplanerin vorstellen zu dürfen.

Tina hat zusätzlich für euch viele praktische Tipps, welche ihr bei eurer Green Wedding Planung bedenken und später in die Tat umsetzen könnt:

Liebe Tina, du bist Geschäftsführerin von „Hellbunt Events“, beheimatet in einer wunderbar schönen Stadt – nämlich Wien! Magst du dich unseren Lesern kurz vorstellen? Was ist das Besondere an „Hellbunt Events“? Und könnte dich auch ein Brautpaar deutschlandweit buchen?

Ich bin in dieser schönen Stadt aufgewachsen und liebe sie noch immer. Nach einer Modeschule und einer Eventmanagment-Ausbildung habe ich lange den Wunsch gehegt, einen kreativen Beruf auszuüben. Vor 3 Jahren habe ich mir mit Hellbunt Events diesen langjährigen ersehnten Traum erfüllt und bin bei jedem neuen Auftrag aufs Neue begeistert kreative Konzepte erstellen zu können.
Fast zeitgleich zu meiner Gründeridee las ich einen Artikel, der mich dazu anregte mein Leben vegan und noch nachhaltiger zu gestalten. Somit fand das Thema Nachhaltigkeit auch in meinen Beruf seinen Platz und ist Teil meiner Corporate Identity geworden. Mit meinem Firmensitz bin ich Wien treu geblieben, jedoch betreue ich Brautpaare und Familien weltweit, um ihre Events umzusetzen. So kam es zum Beispiel schon vor, dass ich eine Hochzeit in Wien mit der Brautmutter vor Ort, der Braut in London und dem Bräutigam in New York geplant habe – Technik sei Dank!

Nachhaltig zu denken und zu arbeiten – ein oft speziell betrachtetes Thema. Wie bringst du Nachhaltigkeit in die Planung und Gestaltung deiner Events mit ein? Auch ganz praktisch gesehen.

Oft sind meine KundInnen ganz verblüfft, dass man Dekorationsartikel auch ausleihen kann, und sie nicht zuerst kaufen, und dann im Keller verstauben lassen muss. Bei Speisen kann man auch auf sehr vieles achten. Je regionaler und saisonaler das Menü geplant wird, desto kostengünstiger und nachhaltiger kann dies umgesetzt werden. Meistens sind es die kleinen Dinge, die meine KundInnen umdenken lässt. Und auf ein ganzes Event gerechnet, decken sich die Kosten auch mit einem traditionell geplanten Event. Einige Posten sind kostspieliger, dafür kann an anderen Stellen viel eingespart werden.

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© Marie Bleyer Fotografie

Was rätst du Paaren, die bei ihrer Planung an Nachhaltigkeit noch gar nicht gedacht haben?

Selbst bei einer schon komplett fertig geplanten Feier kann man noch nachhaltige Aspekte einbauen. Die Blumen von der Festtafel können nach der Hochzeit zum Beispiel an ein Krankenhaus oder Pflegeheim verteilt werden und bringen somit noch mehr Personen Freude. Gästen können Take Away Boxen angeboten werden, mit denen sie sich vom Buffet einen Mitternachtssnack mit nach Hause nehmen können. Die Dekoration kann anschließend an andere Bräute verschenkt oder verkauft werden und findet somit nochmals Verwendung und muss nicht extra neu produziert werden und reduziert damit den ökologischen Fußabdruck. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt! Je früher die Thematik der Nachhaltigkeit eingebaut wird, desto umfassender kann dies bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Apropos „Reduce“: Was denkst du wird sich in Zukunft, aus deinen Erfahrungen (mit nachhaltig orientieren Menschen und in Zeiten starken Digitalisierung) im Eventbereich verändern? Gibt es Trends/Bewegungen in eine Richtung?

Ich hoffe, dass die Vernetzung nachhaltiger DienstleisterInnen noch stärker wird und man Startups auf der ganzen Welt unterstützt, um die Branche zu vergrößern. Die Technik macht vieles möglich und so können auch mit wenig Budget bereits viele Menschen erreicht werden.
So wie jede Medaille hat jedoch auch diese ihre Kehrseite. Im Internet findet man viele schwammige Bezeichnungen, die Kundschaft weiß oft nicht wie nachhaltig eine Firma oder eine Dienstleistung wirklich ist und Green Washing wird sehr geschickt praktiziert, um ohne große Umstellung auch mitmischen zu können. Zusätzlich dazu gibt es bereits so viele Gütesiegel, dass keiner mehr wirklich durchblickt, ohne sich länger speziell damit zu beschäftigen. Oft können sich kleine Unternehmen die teuren und bürokratisch aufwendigen Siegel nicht leisten und fallen dadurch im World Wide Web nicht genug auf. Genau für diese Unternehmen empfehle ich die gute alte Kommunikation von Angesicht zu Angesicht. Wie meine Oma immer so schön sagte „Durch’s reden kommen die Leut zam!“ So habe ich schon viele großartige Produkte für meine KundInnen gefunden, die auf den ersten Blick vielleicht nicht als bio, nachhaltig oder vegan erkennbar waren.

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© Marie Bleyer Fotografie

Hast du Zukunftspläne für dein Unternehmen?

Letztes Jahr gründete ich mit meinem Mann den Blog ECO VIENNA. Da wir beide mittlerweile nicht nur beruflich, sondern auch privat Anlaufstelle für einen nachhaltigen Lifestyle sind, ergab der Blog somit eine tolle Ergänzung für Hellbunt Events. Ob Rezepte, Produktempfehlungen, Naturkosmetik, Restaurantkritiken, DIY-Anleitungen oder Hilfestellungen für ein nachhaltiges Leben – von allem ist etwas dabei. Ein neues Projekt steht gerade in den Startlöchern und soll 2017/18 in Buchform auf dem Markt erscheinen. Man darf also weiterhin gespannt sein.

Und, wenn wir verraten dürfen: Du und dein Mann haben vor einigen Tagen geheiratet. Hast du deine eigene Hochzeit unter nachhaltigen Aspekten gefeiert? Wenn ja, wie können wir uns das vorstellen? Und sind nachhaltig geplante Events teurer als klassische Hochzeiten?

Bei uns läuft der nachhaltige Aspekt schon so automatisch mit, dass unsere Feier das ohne großen Zusatzaufwand auch von Haus aus war. Wir haben am Wilhelminenberg gefeiert, so dass alle unsere Freunde und Verwandten die Location gut öffentlich erreichen oder Fahrgemeinschaften bilden konnten. Das Menü war komplett vegan, kam aus der näheren Region und konnte in Take Away Boxen von der Wiener Tafel bei Bedarf mit nach Hause genommen werden. Bei der Dekoration griff ich auf unterschiedliche Kräuter, Tischnummern auf Kochlöffeln aus Holz, bemalte Bio-Kerzen und Recyclingpapier zurück. Die Gastgeschenke, eine Bio-Seife in Form eines Mini-Cupcakes mit ätherischen Ölen, wurden eigens für uns kreiert und diente auch gleichzeitig als Namenskärtchen. Als Gästebuch kam unser Jenga Spiel mit wasserfestem Stift zum Einsatz – nun können wir jedem Mal wenn wir damit spielen in Erinnerungen schwelgen.

Liebe Tina, wir bedanken uns bei dir ganz herzlich: Dafür, dass du uns einen Blick in deine nachhaltige Planung sowie deine Gedanken zum Thema gewährt hast und natürlich für die vielen hilfreichen Umsetzungsvorschläge, die unsere LeserInnen begeistern werden :-)

Interview mit Hellbunt Events – Tina Gabriel
www.hellbunt-events.at
info[at]hellbunt-events.at

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